Tut Ihnen die Außenseite des Ellbogens weh, wenn Sie einen Wasserkocher heben, mit der Maus klicken oder das Lenkrad drehen? Das kommt sehr häufig vor und heißt Tennisellenbogen, hat aber meist nichts mit Tennis zu tun. Viel häufiger ist ein wiederholter Griff die Ursache: über Jahre dieselben Bewegungen und dieselben überlasteten Sehnen. Im Folgenden erfahren Sie, wann eine Bandage bei Tennisellenbogen ausreicht, wann eine Ellbogenorthese sinnvoll ist und worauf Sie beim Kauf achten sollten.
Wir schreiben darüber, wie Sie ein Produkt auswählen, nicht über eine Behandlung. Bei akuten oder rasch zunehmenden Beschwerden ist die Auswahl einer Orthese nicht der erste Schritt.
Was ein Tennisellenbogen in der Praxis ist
Es handelt sich um eine Überlastung der Sehnenansätze der Unterarmstrecker an der Außenseite des Ellbogens. Das sind dieselben Muskeln, die sich bei jedem Zudrücken der Hand anspannen. Deshalb schmerzt es beim Zusammendrücken, beim Anheben einer Tasse und manchmal morgens, wenn Sie den Arm nach der Nacht strecken. Der Name führt in die Irre, denn es betrifft nicht nur Tennisspieler. Das Risiko steigt dort, wo eine wiederholte Bewegung von Handgelenk und Unterarm mit festem Griff und tatsächlicher Belastung zusammenkommt, also sowohl beim Sport als auch bei körperlicher oder handwerklicher Arbeit.
Weder Bandage noch Orthese heilen das und es wäre unsinnig, so etwas zu versprechen. Sie bewirken etwas anderes: Sie nehmen einen Teil der Belastung vom schmerzenden Ansatz, geben Sicherheit im Arm und helfen dabei, durch den Tag zu kommen, ohne den Ellbogen ständig zu schonen. Es ist gut, gleich zu wissen, was zu erwarten ist: Studien zu Counterforce Bändern zeigen bei einigen Personen kurzfristige Schmerzlinderung und einen besseren Griff, die Ergebnisse sind aber nicht eindeutig und ersetzen nicht die schrittweise Gewöhnung der Sehne an Belastung. Es gibt auch keine Konstruktion, die für alle die beste ist. Mehr über die Beschwerden und den Verlauf finden Sie im Beitrag über die Behandlung des Tennisellenbogens.
Bandage, Unterarmband und Schienenorthese: die Unterschiede
Im Shop werden diese Bezeichnungen oft durcheinander verwendet, obwohl alle diese Produkte Orthesen sind. Sie unterscheiden sich in der Konstruktion und in der Stärke der Stabilisierung:
Unterarmband, auch Counterforce Bandage genannt. Ein schmales Band mit Polster, das einige Zentimeter unterhalb des Ellbogens angelegt wird. Es ist leicht, passt unter den Ärmel und eignet sich für Büro und Training.
Kompressionsbandage für den ganzen Ellbogen. Ein Kompressionsärmel, manchmal mit Silikonpelotte. Er umfasst das Gelenk großflächiger und verteilt den Druck auf eine größere Fläche, deshalb ist er für manche Personen beim Tragen einfach bequemer. Das ist ein Konstruktionsunterschied, keine eigene Indikation.
Schienenorthese. Eine stabilere Ausführung, oft mit Einstellung des Bewegungsumfangs. Sie kommt nach einer Verletzung infrage oder wenn der Ellbogen eine Zeit lang schlicht nicht vollständig gestreckt werden soll.
Wenn bereits klar ist, dass es um eine Überlastung der Streckeransätze geht und die Schmerzen vor allem beim Greifen und Arbeiten mit der Hand auftreten, ist ein Unterarmband eine sinnvolle Option für den Anfang. Allein das Fehlen von Schwellung und ein erhaltener Bewegungsumfang sagen noch nichts aus, denn auch andere Ursachen können ähnlich schmerzen. Wenn der Schmerz bei jeder Belastung wiederkehrt, löst stärkeres Festziehen des Klettverschlusses nichts. Das ist eher ein Zeichen dafür, dass das Produkt allein hier keine Lösung ist und zur Ursache der Überlastung zurückgegangen werden muss. Modelle beider Arten finden Sie bei den Ellbogenorthesen.

Unterarmband, das unterhalb des Ellbogens und nicht direkt auf dem Gelenk angelegt wird.
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So legen Sie die Bandage sinnvoll an
Der häufigste Fehler ist, sie direkt auf dem Ellbogen anzulegen. Das Band soll 2 bis 4 cm tiefer an der dicksten Stelle der Unterarmmuskulatur liegen, mit dem Polster außen, also dort, wo es schmerzt. Der Rest ist eine Frage des Druckgefühls: Zu fest und nach kurzer Zeit kribbeln die Finger, zu locker und das Band rutscht bei der ersten Bewegung.
Sie müssen es nicht von morgens bis abends tragen. Deutlich besser funktioniert es, wenn es während der Tätigkeit oder des Trainings getragen und außerhalb dieser Zeit abgenommen wird. Lassen Sie den Arm nachts in Ruhe, es sei denn, die Anleitung des Herstellers sagt etwas anderes. Nach Belastung lohnt es sich, das Band abzunehmen und den Unterarm zu entspannen.
Messen und Größe ohne Raten
Hersteller geben den Umfang des Unterarms oder Ellbogens in Zentimetern an, aber jeder nennt seine eigene Messstelle und daran sollten Sie sich halten, statt dort zu messen, wo es bequemer ist. Das Maßband soll direkt an der Haut anliegen, ohne einzuschneiden. Liegt das Ergebnis zwischen zwei Größen, prüfen Sie, was die Tabelle des jeweiligen Modells in dieser Situation empfiehlt: Manche raten zur kleineren, andere zur größeren Größe, bei einigen überschneiden sich die Bereiche. Es gibt keine einheitliche Regel für alle Marken.
Prüfen Sie noch etwas: Ist das Modell universell oder für den linken beziehungsweise rechten Arm vorgesehen? Diese Angabe steht manchmal am Ende der Beschreibung und entscheidet darüber, ob das Produkt überhaupt passt.
Wann eine Bandage zu wenig ist
Die Schmerzen nehmen nachts zu, Schwellung, Rötung oder Fieber kommen hinzu. Dann ist nicht der Zeitpunkt für eine festere Bandage, sondern dafür, zu klären, was eigentlich los ist.
Kleiner Finger und Ringfinger werden taub, der Griff wird schwächer. Das ist meist kein Tennisellenbogen, sondern ein gereizter Nerv, und zusätzlicher Druck kann die Situation verschlechtern.
Wochen der Entlastung vergehen und nichts ändert sich. Dann ist nicht ein zu schwaches Band das Problem und ein stärkeres Modell wird nichts beheben.
Eine Schienenorthese ist sinnvoll, wenn die Bewegung des Ellbogens tatsächlich eingeschränkt werden soll. Rutscht das Band hingegen ab, liegt es meist an der Passform: an der falschen Größe, einer falschen Position, einer Form, die nicht zum Unterarm passt, oder an abgenutztem Klettverschluss. Eine stabilere Konstruktion behebt das nicht, denn sie löst ein ganz anderes Problem.


