Zunächst entsteht ein harter Knoten in der Handfläche, am Ansatz des Ringfingers oder kleinen Fingers. Danach zieht sich vom Knoten ein gespannter Strang entlang, und nach einigen Monaten lässt sich der Finger nicht mehr vollständig strecken. Das ist Morbus Dupuytren, und eines sollte man gleich wissen: Es ist kein Problem der Sehnen, sondern einer Gewebeschicht, die über ihnen liegt.

Wir beschreiben, was mit der Hand geschieht und welche Rolle orthopädische Hilfsmittel spielen. Dies ist kein Leitfaden zur Behandlung, bei dieser Erkrankung wird über einen Eingriff anhand der Untersuchung der Hand entschieden, nicht anhand einer Beschreibung im Internet.

Was sich eigentlich verkürzt

Unter der Haut der Handfläche liegt die Palmarfaszie, eine flache Bindegewebsschicht, die die Haut beim Greifen stabilisiert. Bei Morbus Dupuytren verhärtet dieses Gewebe: Es bilden sich Knoten, danach Stränge, und die Stränge verkürzen sich allmählich. Da sie entlang der Finger verlaufen, ziehen sie den Finger in Beugestellung und verhindern seine Streckung.

Die Beugesehnen bleiben dabei intakt und funktionsfähig. Deshalb lässt sich der Finger normal beugen, das Problem betrifft nur die Streckung. Dieser Unterschied ist praktisch wichtig: Da auf der Seite der Sehnen nichts blockiert ist, gibt es durch kräftiges Dehnen nichts zu lösen.

Wie Sie prüfen, in welchem Stadium sich die Hand befindet

Der einfachste Test besteht darin, die Hand mit der Innenseite nach unten flach auf einen Tisch zu legen. Liegen die ganze Hand und alle Finger auf, besteht funktionell noch keine Kontraktur. Bleibt ein Finger angehoben und lässt sich nicht andrücken, ist die Streckung bereits eingeschränkt. Dann geht es nicht mehr nur um das Aussehen.

Wiederholen Sie diesen Test alle paar Monate und notieren Sie das Ergebnis. Die Erkrankung schreitet langsam über Jahre fort, ohne Notizen lässt sich daher schwer erkennen, ob sich etwas verändert hat.

Was eine Orthese bei dieser Erkrankung nicht leisten kann

Dies ist der wichtigste Abschnitt dieses Textes, denn im Internet kursieren viele Versprechen. Eine Streckschiene, die bei einer bestehenden Kontraktur am Finger getragen wird, bildet die Gewebeverhärtung nicht zurück und hält das Fortschreiten der Erkrankung nicht auf. Untersuchungen zum vorbeugenden Tragen von Schienen vor einer Behandlung mit Eingriff haben nicht gezeigt, dass sich dadurch der Verlauf verändert. Der Strang besteht aus verkürztem Gewebe, nicht aus einem Muskel, der sich dehnen lässt.

Das bedeutet nicht, dass Orthesen hier keinen Platz haben. Sie kommen nur zu einem anderen Zeitpunkt zum Einsatz: nach dem Eingriff. Wenn die Kontraktur gelöst wurde, gewinnt die Hand ihren Streckumfang zurück. Die Schiene soll diesen Umfang erhalten, meist nachts, während sich Narbengewebe bildet und dazu neigt, sich zusammenzuziehen. In dieser Situation trägt die Schiene tatsächlich zum Ergebnis bei.

Handschiene mit Aluminiumeinlage und Klettverschlüssen

Die Streckschiene wird nach dem Eingriff eingesetzt: Sie soll den zurückgewonnenen Streckumfang erhalten.

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Wie Sie eine Schiene nach dem Eingriff auswählen

Drei Punkte sind entscheidend und lassen sich jeweils in der Produktbeschreibung prüfen:

  • Der Bereich, den sie abdeckt. Eine Schiene nur für den Finger ist etwas anderes als eine Handschiene, die Handgelenk und Mittelhand umfasst. Nach einem Eingriff im Bereich der Palmarfaszie wird meist die zweite Variante benötigt, weil sie die Stellung der gesamten Hand erhält.

  • Die Formbarkeit. Manche Schienen besitzen eine Aluminiumeinlage, die sich an den aktuellen Streckumfang anpassen lässt. Die Hand verändert sich nach dem Eingriff von Woche zu Woche, und eine starre, nicht angepasste Schiene passt schnell nicht mehr.

  • Seite und Größe. Manche Modelle sind getrennt für die linke und rechte Hand erhältlich. Die Größe richtet sich nach dem Umfang des Handgelenks oder der Breite der Hand, immer entsprechend der Tabelle des jeweiligen Herstellers.

Unter einer Schiene kommt es leicht zu Reibungen, besonders an einer frischen Narbe. Eine Unterziehhülle aus Baumwolle hilft besser als lockere Riemen, denn eine gelockerte Schiene hält die Streckung nicht mehr und verliert ihren Zweck.

Was im Alltag hilft

  • Die Haut der Handfläche mit Feuchtigkeit versorgen. Trockene, gespannte Haut über dem Knoten kann einreißen und erschwert das Tragen von Hilfsmitteln.

  • Dickere Griffe an Werkzeugen und Besteck. Wenn sich ein Finger nicht vollständig strecken lässt, erfordert ein dünner Griff mehr Kraft und die Hand ermüdet schneller.

  • Gepolsterte Handschuhe bei Arbeiten mit Vibrationen. Sie halten die Erkrankung nicht auf, begrenzen aber die Reizung des Gewebes.

Häufige Fragen

Hilft es, den Finger zu dehnen?

Nein. Der verkürzte Strang besteht aus faserigem Gewebe, nicht aus einem Muskel. Kräftiges Dehnen kann dagegen die Haut und das Gewebe rund um den Knoten reizen.

Bedeutet ein Knoten immer, dass sich der Finger verkürzt?

Nicht immer und nicht bei allen Menschen im gleichen Tempo. Manche haben über Jahre Knoten, ohne dass die Streckung verloren geht. Deshalb ist der regelmäßige Tischtest aussagekräftiger als das bloße Vorhandensein eines Knotens.

Tut das weh?

Meist nicht. Die Erkrankung selbst verursacht selten Schmerzen, sie beeinträchtigt durch die eingeschränkte Funktion: Die Hand passt nicht in die Tasche, größere Gegenstände lassen sich schwerer greifen, auch beim Waschen stört sie.

Kurz zusammengefasst

Morbus Dupuytren ist eine Verhärtung der Palmarfaszie, nicht der Sehnen, und blockiert daher die Streckung, nicht die Beugung. Eine Schiene bildet die Kontraktur nicht zurück und bremst die Erkrankung nicht, nach dem Eingriff hilft sie jedoch, den zurückgewonnenen Umfang zu erhalten. Beobachten Sie den Verlauf mit dem einfachen Test, bei dem die Hand flach auf dem Tisch liegt. Schienen und Handorthesen finden Sie bei den Handorthesen, bei Fragen zum Modell schreiben Sie uns.